Scheinbar waren vorher nicht nur französische Supermärkte, sondern auch das US Militär von solchen Eingriffen betroffen.
Vielleicht gibt das ja einen Anstoss, mal zu überdenken, ob man wirklich jeden Pipifax ins Internet und in die Cloud stellen muss - bevor Schlimmeres passiert. Ein grossflächiger längerdauernder Ausfall von Zahlungssystemen würde sicher erhebliche Probleme machen. Von Infrastrukturen wie Strom und Wasser abgesehen - aber da gibt es noch viel mehr, was funktionieren muss, damit eine hoch vernetzte komplexe Wirtschaft und Gesellschaft funktioniert.
Das war jetzt die dritte serie an gleichgelagerten vorfällen. Wer als supermarktbetreiber beim letzten mal den schuss vor den bug überhört hat und nicht sofort die eigene infrastruktur kontrolliert (bzw kontrollieren hat lassen) und daraufhin abgeschottet hat, verdient wirklich kein mitleid mehr.
In Irland waren nach Angaben des Senders RTÉ 13 Supermärkte betroffen. Vorsorglich wurden gekühlte und gefrorene Lebensmittel in den betroffenen Filialen aus dem Verkauf genommen. In den Niederlanden seien mindestens 17 kleinere Geschäfte betroffen, teilte das Kühltechnik-Unternehmen Danfoss mit. In Estland wurde ein Fall bekannt.
Ach ja: In Frankreich waren ebenfalls Regelungen des Herstellers Danfoss mit Account “Admin” und Default-Password im Netz zugänglich. Das brauchte da wirklich keinerlei Spezialkenntnisse, um die lahmzulegen, auch Teenager hätten das geschafft.
Danfoss meinte dann dazu wohl, die wären halt nicht mehr supported.
“nicht mehr supported”
Tja, machste nix. Da klappt halt nur noch der Strom.
Danfoss scheint die IT-Kompetenz eines Steins zu haben.
Die Geräte haben sich auch sicher selbstständig mit Ablauf des offiziellen Supports auf die Standard-Zugangsdatenz zurückgesetzt. Denn andernfalls würde das ja bedeuten, dass es vorher mit aktivem Support genauso war.
Der Adminuser ist per default „Admin“. Das Passwort immer das aktuelle Datum. Machste nix. Sollte man den Hersteller verklagen für so viel Dummheit.
Braucht man noch nicht mal dicke IT-Kenntnisse um das zu machen. ChatGTP zur Recherche der technischen Datenblätter (macht es sowieso) und dann ab die Post.
Solche Sachen werden noch vermehrt auftauchen. Deswegen sperre ich inzwischen zuhause allen IoT Gadgets den Netzzugang. Ist gerade etwas unkomfortabel, weil die ganzen Apps dafür nicht mehr gehen, Lösung mit lokalem Home Assistant aber schon gefunden.
Deswegen sperre ich inzwischen zuhause allen IoT Gadgets den Netzzugang.
Du hast IoT Gadgets? Ich habe die berühmte Schrotflinte neben dem Drucker. Der aus genau den Gründen nur einen USB Port besitzt (Brother hat noch solche Modelle).
Tatsächlich habe ich noch drei solche Geräte: Eine demnächst ausrangierte elektrische Zahnbürste mit Bluetooth, die mal von der Stiftung Warentest empfohlen wurde, und je eins mit WLAN und Mobilnetz, auf die ich tatsächlich für mein Wohlbefinden angewiesen bin - nicht jedoch deren Connectivity.
Apropos - Wie baut man eigentlich einen Farady-Käfig, der das Mobilnetz abschirmt?
Wie dumm muss man denn eigentlich sein, fernsteuerbare Kühltechnik zu benutzen? Für eine eingestellte Temperatur einzuhalten, gibt es Thermostate. Wenn man unbedingt von überall her wissen will, wie kalt die Kühlung gerade ist, und ob vielleicht was nicht stimmt, reichen Temperatursensoren. Wenn die jemand auslesen kann, weiß der halt, wie kalt es bei Dir im Kühlschrank ist, aber der kann das Teil nicht während Deiner Abwesenheit abtauen und Dir das ganze gekühlte Essen verderben lassen.
Noch spannender wird das dann mit Geräten, die z.B. durchaus gefährliche Hitze erzeugen können. Mit einem ferngesteuerten Herd oder Backofen kann man als unbefugter Benutzer von außen durchaus auch die Bude abfackeln, wenn ein paar Rahmenbdedingungen stimmen.
Noch besser die Kühlschränke sind Passwort gesichert. Das Passwort wird täglich geändert. Nämlich auf das Datum des Tages. Oh und das steht im Handbuch drin, man muss also noch nicht einmal raten.
Es gibt schon Szenarien, wo eine fernsteuerbare Kühltechnik Sinn macht.
Nur Danfoss war hier einfach nur dumm. Denn eine fernsteuerbares Entfrosten macht absolut keinen Sinn, da du immer jemanden vor Ort brauchst, der den Schrank vorher ausräumt. Der kann auch einen Knopf zum Entfrosten drücken.
Die Kühlungsleistung am günstigen Strompreis anzupassen und dann zB Nachts bei niedrigem Preis Kälte zu speichern, wäre ein sinnvolles Szenario. Ebenso mit Stromerzeugung der PV Anlage auf dem Dach zu koppeln. War bei Danfoss mit Sicherheit nicht der Fall, weil ältere Kühlschränke.
Es gibt schon Szenarien, wo eine fernsteuerbare Kühltechnik Sinn macht.
Vielleicht ja, im Supermarkt aber eher nicht. Da ist ja das explizite Ziel die Temperatur so exakt wie möglich zu halten. Lückenlose, perfekte Kühlkette garantieren, diesdas.
Auch gerade im Supermarkt macht dein Beispiel nicht so viel Sinn: da kannste nicht sinnvoll Kälte speichern. Erstmal willst du, wie geschrieben, möglichst auch keine niedrigere Temperatur als die Zieltemperatur, und dann entfallen 90% der Leistung eh auf unplanbare Nachkühlungen: nämlich immer dann wenn ein Kunde random Ware entnimmt, das kannste ja nicht steuern. Da hast du effektiv gar keinen Effekt, wenn du nachts mal 1 Grad runterregelst, um von günstigem Strom zu profitieren.
Und, falls es doch irgendwie Sinn macht: das ließe sich ja auch automatisieren, ohne remote Zugriff und Einstellmöglichkeit.
Ich sehe da auch keine Kühlschränke vor Augen als eher Tiefkühltruhen und den Kühlraum im Gebäude. Ich glaube es war aber die Rede von Kühlschränken, nicht wahr?
Tja wer hätte gedacht, dass das grob fahrlässige Verhalten von Hersteller und Supermarktketten irgendwann mal um auf die Füße fällt. Es gibt einfach kein fähiges Management mehr in der Wirtschaft.
Irgendein Manager wurde vor 5 Jahren mit einem schönen Boni bedacht weil er die Kosten in der IT senken konnte. Konnte ja niemand ahnen dass sowas passiert, wirklich niiieeeemand.
Vielleicht gibt das ja einen Anstoss, mal zu überdenken, ob man wirklich jeden Pipifax ins Internet und in die Cloud stellen muss
Dass die Kühlschränke im Supermarkt ferngesteuert werden können, ist wirklich absoluter Unsinn. Vernetzte Temperatursensoren zur Überwachung und Dokumentation des Betriebes sind allerdings schon praktisch.
edit: Das -> Dass
Als würden Menschen, die Geräte mit Fernzugriff mit öffentlich bekannten Default Passwörtern betreiben, auch nur eine funktionierende Gehirnzelle aufwenden, um auf die Idee zu kommen, dass das krankhaft dumm ist…




