Ich bin in einer Großstadt im Osten. Also die ist wirklich groß. Doch jedes Kuhkaff in Nordwestdeutschland ist kosmopolitischer. Hier höre ich Dinge als normalen Umgangston, wofür man dich in Kölle freundlich aus der Kneipe werfen würde und dir im Ruhrpott vorher noch eine drauf geben würde.
Finde ich mega spannend, weil ich dieselbe Erfahrung am Anfang des russischen Angriffskrieges gemacht habe. Bin nach verzweifelter Jobsuche für einen Job ins heutige Nazideutschland gezogen (SA). Im Büro saßen ein paar finstere Gesellen (:-)), ein paar Techniker waren das absolute Gegenteil (aber auch russlandfreundlich). Keine Ahnung wie es jetzt ist, hab mich nach ein paar Monaten wieder in den Westen verkrümelt. Ein paar Lieblingszitate:
- “geschieht denen ganz recht, das waren schon immer nazis” (es geht um Ukrainer)
- “aber nach dem Studium geht deine Freundin wieder in die Heimat oder” (es geht um eine dunkelheitige Partnerin)
Es wurde ständig nur gebrüllt, alle waren irgendwie sauer die ganze Zeit, und die gemeinsamen Mittagessen waren ein absoluter Albtraum. Und die Chefetage hat sich Klominuten aufgeschrieben.
Da muss irgendwas im Grundwasser sein.
Edit: habs mal ein bisschen entschärft, will niemanden das nazitum vorwerfen :) schlimm war es auf jeden Fall. Es gab auch positive Dinge, z.B. ein paar super nette Nachbarn, die beim Umzug einfach so mit angepackt haben. Geschockt hat mich der Kulturunterschied dennoch ein klein wenig.
Als Ostdeutscher finde ich solche Posts immer schade, weil es hier wirklich sehr viele sehr stabile Leute gibt. Die 1930er Troglodyten sind zwar viele, aber bitte geht nicht davon aus, dass sie repräsentativ für uns alle sind.
Wenig überraschend. Als ich noch in einer Brandenburger Kleinstadt gearbeitet habe, hat ein Kollege zu mir gesagt man solle den Sohn vom Chef mal verschwinden lassen (=ermorden), weil der schwul war.
Ich erinnere mich noch gut, dass ich mit einem Freund, der frisch aus Korea angekommen war, in Gera bei einem Gebrauchtwagenhändler war und der Verkäufer uns offen sagte, es sei ja mutig von meinem Kumpel dort hinzuziehen, wegen dem Fremdenhass und so. Das war mein (und sein) erstes mal in Ostdeutschland und gleichzeitig ein sehr einprägsames Erlebnis.
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Typisch für Reddit: Der Beitrag wurde mittlerweile gelöscht. Und er ist in einem dieser unsäglichen Ragebait-Subreddits, wo Leute nur reingehen, um sich aufzuregen und nachher schlechter zu fühlen, nachdem sie völlig fremden Leuten psychische Krankheiten diagnostiziert haben
Hm ja ich denke du hast recht, der Post war sehr leichtgewichtig bezüglich Details. Mir sprach er nach einer schlechten Erfahrung aus der Seele 🥲
Zum Thema Sachse- Anhalt kann ich SEHR empfehlen: Dokumentation Heimweh in der ZDF-Mediathek, gibt keine Antworten auf die Probleme aber eine vielleicht nochmal etwas differenziertere Sicht. Auch wenn sich manche Vorurteile gegen “Dunkeldeutschland” schon bestätigen.
Ist übrigens hier im Odenwald (Südhessen) nicht ganz unähnlich. Aber hier ist es gefühlt mehr auf dem Land, in der Provinz zuhause. Die größeren Städte in der Nähe (Mannheim, Heidelberg) sind deutlich weniger betroffen. Kann aber auch nur meine linksgrüne Bubble sein.
Größere Stadt in Sachsen-Anhalt mit Uni, da bleibt nur Magdeburg oder Halle. Aber ja, diesen Grundtenor kann ich bestätigen.
Dessau wenn man den will…





